MEDITATINON / ACHTSAMKEIT

HIER. SEIN. JETZT – ACHTSAMKEIT IM ALLTAG

Es ist schon wieder Mitte Januar und ich bin im Alltag angekommen. Die erste Januarwoche verlief relativ noch ruhig, doch inzwischen ist das alte Tempo vom Vorjahr wieder erreicht. Ich habe angefangen mir regelmässig Zeit zu nehmen um ganz bewusst zur Ruhe zu kommen. So kann ich die Alltagsgedanken, die im Kopf rumschwirren, mal für 20 Minuten bei Seite zu legen.

Ich versuche dies nach den Säulen der Achtsamkeitspraxis zu machen. Einer der wichtigsten Aspekte ist das Vertrauen aufzubringen, sich auf die Achtsamkeitsübungen einzulassen um neue Erfahrungen zu machen. Jeder Tag ist anders. Dies spüre ich ja auch bei der täglichen Yogapraxis. Teils gelingt es mir ganz gut eine Situation anzunehmen oder loszulassen und teils halte ich noch an etwas fest, was nicht sein muss. Dies führt dann automatisch zu einer Anspannung, ich nenne sie Stress, obwohl ich dieses Wort gar nicht mag. Dieser Stress entsteht hauptsächlich dann, wenn wir eine ganz klare Vorstellung von einer Sache haben, die genau so sein soll, wie wir diese haben wollen. In diesen Momenten hilft mir mein kleiner Rückzug um Distanz zu gewinnen. Einfach nur sein, hier, jetzt!

Das Wichtigste ist jedoch geduldig mit sich zu sein. Wenn es heute noch nicht so gelingt, wie man sich dies vorstellt, dann vielleicht Morgen oder Übermorgen. Es wird sich schon ergeben, wenn man daran glaubt. Mit einem Entdeckergeist im Herzen gelingt einem dies auch viel besser. Auch wenn man schon 100-Mal den gleichen Weg von Zuhause zur Tramstation gelaufen ist, entdeckt man immer wieder Neues. Genau so ist es auch mit dem Ausüben der Achtsamkeit mit deinem Körper. Du wirst viele Sachen neu an deinem Körper entdecken, äusserlich wie innerlich.

In diesen 20 Minuten musst du nicht zwingend still auf deinem Meditationskissen mit geschlossenen Augen sitzen. Du kannst  dich auch bewegen und im Gehen geistig zur Ruhe kommen. Anfangs wirst du vielleicht bei einem Spaziergang noch deine Aufgaben, Pläne, Probleme etc. durchgehen. Mit der Zeit verschwinden diese Gedanken, wenn du dich  auf das Abrollen deiner Füsse oder das Knirschen des Schnees konzentrierst. Mit deinen Gedanken bist du dann auf einmal nur noch im Hier und Jetzt.

Es ist wie mit dem Holzfäller und der Axt. Nimm dir bewusst Zeit für dich selbst...

Für alle, die die Holzfäller-Geschichte (Aus „Komm ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay) noch nicht kennen:

Es war einmal ein Holzfäller, der bei deiner Holzgesellschaft um Arbeit vorsprach. Das Gehalt war in Ordnung, die Arbeitsbedingungen verlockend, also wollte der Holzfäller einen guten Eindruck hinterlassen.
Am ersten Tag meldete er sich beim Vorarbeiter, der ihm eine Axt gab und ihm einen bestimmten Bereich im Wald zuwies.

Begeistert machte sich der Holzfäller an die Arbeit. An einen einzigen Tag fällte er achtzehn Bäume. „Herzlichen Glückwunsch“, sagte der Vorarbeiter. „Weiter so.“

Angestachelt von den Worten des Vorarbeiters, beschloss der Holzfäller, am nächsten Tag das Ergebnis seiner Arbeit noch zu übertreffen. Also legte er sich in dieser Nacht früh ins Bett.
Am nächsten Morgen stand er vor allen anderen auf und ging in den Walt. Trotz aller Anstrengung gelang es ihm aber nicht, mehr als fünfzehn Bäume zu fällen. „Ich muss müde sein“, dachte er. Und beschloss, an diesem Ta gleich nach Sonnenuntergang schlafen zu gehen.
Im Morgengrauen erwachte er mit dem Entschluss, heute seine Marke von achtzehn Bäumen zu übertreffen. Er schaffte nicht einmal die Hälfte.

Am nächsten Tag waren es nur sieben Bäume, und am übernächsten fünf, seinen letzten Tag verbrachte er fast vollständig damit, einen zweiten Baum zu fällen. In Sorge darüber, was wohl der Vorarbeiter dazu sagen würde, trat der Holzfäller vor ihn hin, erzählte, was passiert war, und schwor Stein und Bein, dass er geschuftet hatte bis zum Umfallen.
Der Vorarbeiter fragte ihn: „Wann hast du denn deine Axt das letzte Mal geschärft?“ „Die Axt schärfen? Dazu hatte ich keine Zeit, ich war zu sehr damit beschäftigt, Bäume zu fällen.“ 

Mehr zum Thema Achtsamkeit im Alltag findest du im Buch Achtsamkeit im Job oder 365 Wege zur Achtsamkeit.


 

Meditation

Meditation wird häufig belächelt und mit Esoterik in einen Topf geschmissen. Ich muss zugeben, ich dachte auch mal so, bis ich es selber ausprobierte und schnell Gefallen daran fand. Die Neurowissenschaft hat mittels Hirn-Scans belegt, dass sich bei regelmässiger Meditation das Gehirn verändert. Heute drückt man sie mit den Wörtern Achtsamkeit, MBSR- Mindfullness Based Stress Reduction oder Bewusstes Denken aus.

Egal wie du es nennen magst, versuch es regelmässig anzuwenden und stetig auszubauen. Am besten startest du mit mindestens 7 Minuten pro Tag. Anfangs kommst du dir vielleicht komisch vor, aber wie bei allem braucht der Mensch ein Training. Um einen Marathon erfolgreich bestreiten zu können gehst du auch nicht nur einmal 30 Minuten trainieren. Genau so ist es mit deinem Hirn, welches du auf eine positive Wahrnehmung regelmässig trainieren musst.  Durch die Meditation kannst du EmotionenAufmerksamkeit, Introspektion, selbst Mitgefühl und Zugewandtheit trainieren.

Was für Arten von Mediation gibt es? Es gibt ganz verschiedene Arten von Meditation. Ich werde mich auf zwei beschränken.

Die Achtsamkeitsmeditation ist eine passive Meditationsform aus den traditionellen buddhistischen Kontemplationsschulen. Du sitzt in einer aufrechten, bequemen Haltung. Schaue, dass die Knie tiefer liegen als dein Becken. (Am besten geht dies, wenn du dich auf ein Meditationskissen oder eine Meditationsbank setzt.) In deinem Zustand bist du im Hier und Jetzt, ohne an Gedanken, Empfindungen oder Gefühlen zu haften.

Bei der Samatha-Meditation - auch Geistesruhe-Meditation genannt - konzentrierst du dich auf ein einziges Objekt wie zum Beispiel deinen Atemfluss, ein Chakra, ein Bild, einen einzigen Gedanken oder ein Mantra. Die konzentrierte Fokussierung auf einen Gegenstand bewirkt die Ausschaltung deines alltäglichen Gedankenflusses und führt so zu einer tiefen Beruhigung des Geistes.

Mir fällt die Samatha-Mediation am einfachsten, indem ich zuerst einen Body-Scan mache und anschliessend mit meinen Gedanken in dem Körperteil ruhe, wo es sich gerade am wohlsten anfühlt und ich versuche mir dieses Wohlgefühl in den ganzen Körper zu transportieren.

Denke daran, ein bewusster Mensch ist auch ein klarer Mensch, der weiss was er tut.

 

 

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