Buch des Monats

November '18

Schwimmen zwei junge Fische des Weges und treffen zufällig einen älteren Fisch, der in der Gegenrichtung unterwegs ist. Er nickt ihnen zu und sagt: „Morgen Jungs. Wie ist das Wasser?“ Und die zwei Jungen schwimmen eine Weile weiter, und schliesslich wirft der eine dem anderen einen Blick zu und sagt: „Was zum Teufel ist Wasser?“

Dies sind die einleitenden Sätze, dieses kleinen Taschenbuchs mit gerade mal 64 Seiten (deutsche
und englische Version). Es handelt sich dabei um die berühmt gewordene Abschlussrede von David Foster Wallace, die er 2005 vor den Absolventen des Kenyon College hielt.

Heute ist diese Rede in den USA mittlerweile ein Klassiker und eine Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen. Sie ist eine kleine Anleitung für das Leben!

Wallace zieht aus seinen einleitenden Sätzen zwei entscheidende Hindernisse des freien und erwachsenen Denkens. Dies ist zum einen die Blindheit für das Offensichtliche und zum anderen die Arroganz, die in oft unnachgiebigen Überzeugungen zum Ausdruck kommt.

Ohne den Moralapostel spielen zu wollen, erläutert Wallace warum es so viel wichtiger ist entscheiden zu können, worüber es sich zu denken lohnt, als die simple Fähigkeit des Denkens an sich zu besitzen. „Das hier ist Wasser“ ist ein Buch, das nicht nur für Schüler und Studenten lesenswert ist, sondern jedem den einen oder anderen Denkanstoss vermittelt.

„Selber denken lernen“ heisst in Wirklichkeit zu lernen, wie man über das Wie und Was des eigenen Denkens eine gewisse Kontrolle ausübt. Es heisst, selbstbewusst und aufmerksam genug zu sein, um sich zu entscheiden, worauf man achtet, und sich zu entscheiden, wie man aus Erfahrungen Sinn konstruiert. Denn wenn Sie als Erwachsene diese Entscheidung nicht treffen wollen oder können, sind Sie angeschmiert.
(Seite 18)

Dieses Buch regt jeden Leser zum Denken an und lässt ihn über sein Leben und insbesondere seinen Alltag reflektieren.

Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreissig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben. Sie dreht sich dem den wahren Wert wahrer Bildung, die nichts mit Noten oder Abschlüssen, dafür aber alles mit schlichter Offenheit zu tun hat - Offenheit für das Wahre und das Wesentliche, das sich vor unseren aller Augen verbirgt, sodass wir uns immer wieder daran erinnern müssen: "Das hier ist Wasser".
(Seite 34)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen