„Am Ende wird alles gut…“

Die erste Woche im neuen Jahr lehrte mich erneut dieUnplanbarkeit hinzunehmen und zu akzeptieren. Geplant waren zwei erholsame Tage in den Bergen zum Schneeschuhwandern. In meinem Kopf hatte ich mir die schöne Bergwelt mit Sonnenschein, stahlblauem Himmel und weiss verschneiten Bergen ausgemalt. Bergromantik pur!

 

Stattdessen wurden wir durch den starken Schneefall im Safiental eingeschneit und die Talstrasse musste wegen einem Lawinenniedergang gesperrt werden. Nichts ging mehr; Stillstand war angesagt. In diesem Moment wurde mir einmal mehr bewusst, dass man nicht alles im Leben planen kann und die Dinge manchmal anders verlaufen, als man sich diese vorgestellt hat. Ein Gefühl der Demut machte sich in mir breit.

Gerade als verwöhnte Unterländerin, die sogar sonntags einkaufen kann, wenn sie dies tun möchte (macht sie aber nicht ;-)). An jeder Ecke einen Bankomat findet, im Viertelstundentakt in die Stadt pendeln kann, unzählige Restaurants und Cafés zur Auswahl hat, merkt dass dies in diesem Moment, reiner Luxus ist, der als selbstverständlich wahrgenommen wird. In solch einer Situation wird einem bewusst, dass es in einem kleinen Tal weder eine Tankstelle, noch einen Bankomaten oder einen Laden gibt, der rund um die Uhr geöffnet hat. Geschweige denn eine Auswahl von diversen Restaurants und Hotels hat.

Da ist man einfach nur heilfroh, wenn man irgendwo was zu Essen und Trinken bekommt und einen Schlafplatz hat. Alles andere ist in diesem Moment komplett nebensächlich.

Vor ein paar Tagen sagte ich noch spasseshalber zu meinem Freund, dass ich gerne einmal einen Jack Russel Terrier als Hund hätte, weil ich diese Hunderasse einfach unheimlich pfiffig finde. Da meine er, ich soll zuerst einmal einen für 2 Tage hüten und dann schauen, ob es wirklich der passende Hunde sei, bevor ich weiter davon schwärme. Tja, wie das Schicksal so spielt, hatte ich dann in der „Notunterkunft“ die Freude einen solchen Hund um mich zu haben. Ich war natürlich super glücklich und habe die Zeit mit der pfiffigen Lilly alias Jacky mehr als genossen. Für mich steht fest, wenn ich eines Tage einen Hund haben möchte, dann eine „Lilly“ 🙂

Dadurch, dass wir nicht die einzigen Touristen waren, die im Tal eingeschlossen wurden, lernten wir Personen kennen, die wir unter anderen Umständen nicht kennen gelernt hätten. Jeder hat seine Erlebnisse vom tief verschneiten Safiental erzählt und lustige Anekdoten zum Besten gegeben. Um das Warten zu verkürzen und sich einwenig abzulenken, spielte ich seit Jahren mal wieder „Stadt, Land, Fluss“ und setzte beim „Meieren“ mein bestes Pokerface auf. Aus jeder Situation das Beste daraus zu machen, dass ist nicht immer einfach, aber das Sinnvollste.

Gerade erst an Silvester, schaute ich mir seit langem mal wieder den Film „The Best Exotic Marigold Hotel“ auf DVD an. Darin gibt es ein super Zitat:

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“

In diesem Sinne sind wir am darauf folgenden Tag bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel und verschneiten Bergen aus dem Tal gefahren. Der Plan, ein paar erholsame Tage zu geniessen ist zwar nicht ganz aufgegangen, dafür habe ich gelernt mich wieder auf die elementaren des Lebens zu konzentrieren und die positiven Dinge in jeder noch so misslichen Situation wahrzunehmen.

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